BAD GODESBERG: Was nun...(tun)?

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Kommunalwahlen 2020
Podiumsdiskussion
Wann: Sonntag 23.08.2020, 12:00-14:00 Uhr
Wo: Unter der Zeder, am kleinen theater

„Alle sprechen über die OB-Wahl, wir sprechen über Bad Godesberg“

August 24, 2020

Bestens besuchte Podiumsdiskussion mit sechs Parteivorsitzenden unter der Zeder

Unter der Zeder des Kleinen Theaters war bei der bislang einzigen Podiumsdiskussion zu den Godesberger Themen im Kommunalwahlkampf 2020 am Sonntag jeder der über 100 Stühle besetzt. Auf Einladung des Kulturvereins Kukug und des Theaters lieferten sich die Godesberger Vorsitzenden der sechs 2014 in die Bezirksvertretung gewählten Parteien zwei konzentrierte Stunden lang eine muntere, meist kontroverse, aber immer faire Diskussion. Die Organisatoren Sabine Köhne-Kayser, Anne Gronski und Frank Oppermann konnten zufrieden sein.
Ganz oben auf die Agenda hatte Moderatorin Ebba Hagenberg-Miliu die lokalen Aufregerthemen gestellt. Jeweils bis zu einer Minute galt es, Stellung zu beziehen, ansonsten stieg ein roter Ballon auf. In der Causa Kurfürstenbad lobten Bezirksbürgermeister Christoph Jansen (CDU), Nicole Unterseh (Grüne), und Wolfgang Heedt (FDP) die überparteiliche Einigkeit im Stadtteil, mit der man schließlich das Projekt Neubau eines Gesundheitsbads nebst Erhalt des Paul-Magar-Mosaiks erreicht habe. Die Opposition sah das als Verdienst der Godesberger Bürger an. Gabriel Kunze (SPD), Ralf Jochen Ehresmann (Linke) und Marcel Schmitt (Bürgerbund) bezweifelten zudem, dass das Projekt zeitlich schon in trockenen Tüchern ist.
Fragezeichen gab es auch zum Problemkreis Stadthalle. Sanierung oder Abriss: Die Kandidaten sprachen sich für unterschiedliche Lösungsvarianten aus. Konsens war, „eine zweite Beethovenhalle zu verhindern“. Die Moderatorin schlug daraufhin das traurige Kapitel Sanierungsstau auch bei der Musikschule und städtischen Schulen wie der Gertrud-Bäumer-Realschule auf. Schmitt nahm dafür die Jamaika-Koalition Bonns in die Pflicht. Woraufhin es durchweg Versprechen aller Politiker gab, den maroden Zustand öffentlicher Gebäude beheben zu wollen. Jansen bestätigte auf Nachfrage den Satz aus dem CDU-Programm, man werde die nötigen Finanzmittel für die Schulen bereitstellen.
Relative Einigkeit herrschte beim Thema Rückkehr der Bürgerdienste. Jansen und Schmitt stellten die Maximalforderung, die Dienstleistung fünf Tage die Woche an der Kurfürstenallee zu installieren. Kunze quittierte die Nachfrage der Moderatorin, dass die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin sich in einem Interview doch gegen eine Dezentralisierung von Verwaltung ausgesprochen habe, mit der Antwort, da sei sie leider missverstanden worden.

Beim Thema bezahlbarer Wohnraum kam man im Wahlkampfmodus an. Die Moderatorin hatte erschreckende Zahlen aus dem neusten Sozialbericht auch zu Godesberger Ortsteilen genannt und gefragt, wie die Parteien bei Neubauprojekten mit Anwohnerprotesten umgingen. Einerseits müsse Politik Vertrauen für sozialverträglichen Wohnungsbau schaffen, es müsse aber auch Verständnis für die Anliegen von Anwohnern geben, diskutierte die Runde. "Sozialer Wohnungsbau statt Bonopoly", zitierte Ehresmann ein Plakat der Linken. Sozialer Wohnungsbau möge aber bitte gerechter auf die Stadtbezirke verteilt werden, wünschte sich Schmitt.

Verstopfte Straßen, zu Stoßzeiten übervolle Busse und ein noch keineswegs optimales Radwegenetz: Heftig wurden auch die Gründe für Verkehrsprobleme in Godesberg diskutiert. Die Sorgen aller Verkehrsteilnehmer, auch der Autofahrer, müssten ernst genommen werden, argumentierte Heedt. Aufhorchen ließen einzelne Vorschläge: Unterseh sprach sich für eine verkehrsberuhigte Verbindung zwischen Kurpark und Innenstadt aus und Ehresmann für eine U-Bahn-Verlängerung bis Mehlem. Woraufhin Hagenberg-Miliu den Kandidaten die "Gretchenfrage" zum Thema Rettung der Kulturvielfalt in Bad Godesberg gerade in Corona-Zeiten stellte: "Nun sag: Wie hast du`s mit der Kultur?" Bezirksbürgermeister Jansen und alle anderen Kandidaten sprachen sich schließlich dafür aus, dafür sorgen zu wollen, dass auch das Kleine Theater Bestand hat.
Unter den Publikumsfragen sorgte besonders die nach der Berechtigung zahlreicher Baumfällungen für Wahlkampfstimmung. Jansen klärte über den Stand zum Thema König-Fahd-Akademie auf und brach eine Lanze für die Gastronomie der Godesberger City. Ins Grübeln versetzte sie die Forderung aus dem Publikum, demnächst die Materialschlacht mit Plakaten im Wahlkampf zu drosseln. Sogar die Verkehrssicherheit sei bedroht.
Bei der Schlussfrage nach ihrem Herzenswunsch für Bad Godesberg nannten die Politiker vor allem ein Happy End für die „Sorgenkinder“ Kurfürstenbad, Stadthalle und Rathaus. Unterseh wünschte sich ein in jeder Beziehung grüneres Godesberg. Kunze hoffte auf eine noch besser gelingende Integration und sozialen Frieden sowie Heedt darauf, dass der Stadtteil doch noch Hochschulstandort werde. Und Ehresmann wünschte sich, "dass Godesberg sich gegen rechte Hetze stellt“.

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Vorberichterstattung:
Wie Sie alle wissen, agiert unser Kunst-und Kulturverein (KuKuG e.V.) überparteilich, dennoch fanden wir es jetzt an der Zeit, kurz vor der Kommunalwahl, die Initiative zu ergreifen, um eine Diskussion über die Zukunft von Bad Godesberg zu initiieren.

Da es derzeit auch kaum Möglichkeiten gibt, solche Zusammenkünfte Indoor abzuhalten, bietet die Bühne unter der Zeder am kleinen theater den optimalen Platz. Wir danken Frank Oppermann herzlichst, dass wir die Bühne nutzen dürfen.

Ebenso freuen wir uns, dass Ebba Hagenberg-Miliu die Moderation der Podiumsdiskussion übernehmen wird.

Gäste sind:
Christoph Jansen, CDU
Gabriel Kunze, SPD
Nicole Unterseh, GRÜNE
Marcel Schmitt, BBB
Bernd Fesel, FDP
Ralf Jochen Ehresmann, DIE LINKE

Die Veranstaltung beginnt um 12 Uhr und soll um 14 Uhr beendet sein.

Momentan ist der Bereich unter der Zeder noch auf 100 Personen beschränkt. Falls sich in den nächsten Wochen noch etwas ändert, könnte man bestimmt auch auf 130 aufstocken. Deshalb bitten wir alle sich anzumelden unter: info@kukug.de

Der Eintritt ist frei, dennoch würde sich der Verein über eine Spende freuen.

v.l. Marcel Schmitt (BBB), Wolfgang Heedt (FDP), Nicole Unterseh (Grüne), Ebba Hagenberg-Miliu (Moderation), Gabriel Kunze (SPD), Ralf Jochen Ehresmann (DIE LINKE), Christoph Jansen (CDU)

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